Unsere Lesetipps vom 20.3.2012:

An dieser Stelle stellen wir in unregelmäßigen Abständen einige Bücher vor, die wir Ihnen besonders empfehlen möchten. Das sind nicht nur aktuelle Titel, Sie können hier auch lohnenswerte Wiederentdeckungen machen.

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Cover Viola Roggenkamp, Tochter und Vater
Roman
S. Fischer Verlag Frankfurt/M. 2011, 267 Seiten, gebunden, € 18,95

 

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Wie geht man mit der Erinnerung an einen fast allzu guten Vater um?
Diese Frage stellt Viola Roggenkamp in ihrem Roman "Tochter und Vater", in dem sie von einem Mann erzählt, der im Zweiten Weltkrieg unter Lebensgefahr seine jüdische Freundin und deren Mutter versteckt. Nach seinem Tod begibt sich seine Tochter auf Spurensuche. Sie will mehr erfahren als die Geschichten ihrer Eltern, die sie tausendmal mit den gleichen Worten erzählt bekommen hat. Angst vor einer entsetzlichen Enthüllung treibt sie ebenso um wie die Freude darüber, sich endlich ein eigenes Bild vom Vater machen zu können. Doch dann geschieht ein folgenschwerer Unfall...
Ebenso differenziert wie ihre Suche beschreibt Viola Roggenkamp den täglichen Identitätskonflikt der Tochter - Jüdin zu sein, aber Tochter eines Nichtjuden, ungläubig, aber Rituale achtend und pflegend.
Empfehlenswert!


Cover Jessica Durlacher, Der Sohn
Roman
Diogenes Verlag Zürich 2012, 408 Seiten, gebunden, € 22,90

 

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Jessica Durlacher entwirft in ihrem neuen Roman ein über drei Generationen reichendes Familiendrama, in dessen Mittelpunkt die Ich-Erzählerin Sarah nach dem Tod ihres Vaters erfährt, wie viele Dinge er vor seiner Familie verbarg und was diese Geheimnisse jetzt, über 60 Jahre später, auslösen. Aber nicht nur ihr Vater, der als jüdisches Kind im KZ inhaftiert war, gibt ihr Rätsel auf; auch ihr Sohn verändert sich zusehends und beschließt, in die amerikanische Armee einzutreten. Drei Briefe spielen dabei eine Rolle, ein verpfuschter Wintergarten, Kohlrouladen und ein Überfall...
Jessica Durlacher schlägt ihre Leser durch genaue Beobachtungsgabe und viele bis zum Schluss offene Fragen in ihren Bann. Eine empfehlenswerte Lektüre!


Cover Elisabeth Zöller, Vaters Befehl oder Ein deutsches Mädel
Roman
S. Fischer Verlag Frankfurt/M. 2012, 268 Seiten, gebunden, € 12,99

 

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Die 15-jährige Paula wird zur Leiterin einer Mädelschaft innerhalb des BDM ernannt und versucht voller Elan, dieser ehrenvolle Aufgabe für die Sache des Führers gerecht zu werden. Ihr strenger Vater ist ihr dabei ein großes Vorbild. Aber Paula hat eine halbjüdische Freundin: Mathilda. Nach Beginn des Programms zur Ermordung der Juden ist Paula zwischen ihrem Ehrgeiz, alles fürs Vaterland zu tun, und dieser Freundschaft hin und her gerissen. Langsam begreift sie, dass ihre bisherigen Überzeugungen nicht stimmen können. Als sie versucht, Mathilda vor dem drohenden Transport noch einmal zu treffen, gerät sie in Lebensgefahr.
Elisabeth Zöller hat wieder eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte aus dem 2. Weltkrieg für Jugendliche und Erwachsene geschrieben, die schockierend, aber auch sehr spannend ist.


...und zum Nachschlagen: Unser Lesetipp-Archiv


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